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28d 7hCHAuktionshaus Zofingen

Wolf Caspar

Wolf Caspar

Oberer Staubbachfall im Lauterbrunnental Öl auf Leinwand Unten rechts auf Felsen signiert: C. Wolf. Verso auf altem Etikett bezeichnet: Wolf C. Nr. 47 E. Gerahmt 47.5 × 32 cm Ausstellung: Caspar Wolf und die ästhetische Eroberung der Natur, Kunstmuseum Basel, 19. Oktober 2014 – 1. Februar 2015, Nr. 67 (mit ganzseitiger Abbildung im Ausstellungskatalog S. 155) Das Gemälde wird in einem reich geschnitzten Holzrahmen, der Johann Friedrich Funk I (1706–1775) zugeschrieben wird, angeboten. Peter Fischer, Kurator des Museums Caspar Wolf, Muri, hat das Werk vor Ort begutachtet und erachtet es als eigenhändige Replik Caspar Wolfs nach der ersten Fassung seines Gemäldes. Caspar Wolf zählt zu den bedeutendsten Schweizer Landschaftsmalern des 18. Jahrhunderts und gilt als Pionier der alpinen Landschaftsmalerei. Mit seinen eindringlichen Darstellungen trug er wesentlich zur künstlerischen Entdeckung der Schweizer Gebirgswelt und dem wachsenden Interesse an der unmittelbaren Naturanschauung bei. In Muri im Kanton Aargau als Sohn eines Schreiners geboren, absolvierte er ab 1749 eine Ausbildung beim Konstanzer Hofmaler Johann Jakob Anton von Lenz. Nach seinen Gesellenjahren in Süddeutschland kehrte er 1760 in die Schweiz zurück, wo er zunächst kirchliche Aufträge und dekorative Malereien ausführte. Ein Aufenthalt in Paris von 1769 bis 1771, wo er im Umfeld des Landschaftsmalers Philippe-Jacques de Loutherbourg arbeitete, prägte seine künstlerische Entwicklung. Ab 1773 widmete sich Wolf verstärkt der Schweizer Alpenwelt. Im Auftrag des Berner Verlegers Abraham Wagner unternahm er ausgedehnte und gefährliche Studienreisen ins Hochgebirge, häufig gemeinsam mit dem Naturforscher Jakob Samuel Wyttenbach. Vor Ort entstanden genaue Zeichnungen und Ölstudien, die ihm als Grundlage für seine im Berner Atelier ausgearbeiteten Werke dienten. Die grossformatigen Landschaftsgemälde waren nicht primär für den Verkauf bestimmt, sondern dienten als Vorlagen für detailgetreue und aufwändig produzierte Druckgrafiken. 1777 erschienen in Bern im Verlag von Abraham Wagner die ersten "Merkwürdigen Prospekte aus den Schweizer-Gebürgen" sowie die Folge "Alpes Helveticae". Die kolorierten Umrissradierungen und weiteren druckgrafischen Blätter nach Wolfs Gemälden erschlossen einem breiten Publikum die zuvor wenig bekannten Hochgebirgslandschaften der Schweiz und trugen wesentlich dazu bei, seine Ansichten europaweit bekannt zu machen. Indem er die alpine Natur zum eigenständigen Bildgegenstand erhob und ihre überwältigende Dimension ins Zentrum rückte, leistete Wolf einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei zwischen Aufklärung und Romantik. Wolf starb 1783 in Heidelberg. Die grosse Beliebtheit seiner Motive führte dazu, dass einzelne Landschaften später auch in kleineren Ölfassungen wiederholt wurden, teilweise mit Abweichungen in der Staffage oder der Wetterstimmung. Diese Versionen, zu denen sowohl das vorliegende Gemälde als auch die beiden weiteren in dieser Auktion angebotenen Werke von Caspar Wolf zählen, dürften vor allem für private Auftraggeber und den Verkauf entstanden sein. Das angebotene Gemälde zeigt den Oberen Staubbachfall im Lauterbrunnental und veranschaulicht Wolfs Interesse für die elementaren Kräfte der Natur sowie die ästhetische Wirkung von Gletschern, Wasserfällen, Schluchten und eindrucksvollen Felsformationen. In Kaskaden stürzt das Wasser über mächtige, von dunklen Nadelbäumen gesäumte Felsstufen sprudelnd in die Tiefe. Unten im Sprühnebel bildet sich gar ein kleiner Regenbogen. Die kontrastreiche Gegenüberstellung des weiss schäumenden Wassers mit den erdigen Braun- und Ockertönen der imposanten Felsen verleiht der Komposition eine starke Dramatik. Die beiden kleinen Figuren, die im Vordergrund auf einem Vorsprung stehen, machen die gewaltigen Dimensionen des Naturschauspiels erfahrbar. In der Verbindung von beeindruckender Felskulisse und bewegtem Wasser entfaltet sich jene Spannung zwischen Naturgewalt, genauer Beobachtung und malerischer Ordnung, die für Wolfs Landschaftsauffassung charakteristisch ist. Dabei wird die Landschaft nicht allein als topografisch erfassbarer Ort verstanden, sondern zugleich als Erlebnisraum, in dem sich die Erhabenheit und Schönheit der Natur offenbaren. Das Motiv wurde in verschiedenen Fassungen ausgeführt und als Druckgrafik verbreitet: Ein grösseres Ölgemälde von 1774 befindet sich im Kunst Museum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten sowie eine kleinere, wahrscheinlich um 1776 entstandene Version im Museum Caspar Wolf in Muri. 1777 erschien die Radierung "Première Chûte du Staubbach" als Blatt Nr. 4 der Reihe "Alpes Helveticae". Um 1780–1782 wurde das Motiv zudem in Paris für das Werk "Vues remarquables des montagnes de la Suisse" als farbige Aquatinta von Jean-François Janinet umgesetzt. Ausrufdatum: 28.11.2026 Ausrufzeit: 11:14 MEZ Allgemeine Informationen: Für schriftliche oder telefonische Gebote füllen Sie bitte bis spätestens Dienstagmittag (24.11.2026) unser Online-Bietformular aus.

Estimate:$21,849.69

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